6. Oktober, sau kalt + weiter arbeiten

6. OKTOBER sau kalt & es befiehlt weitermachen

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keeponwalking
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endlich 1 zustimmungsfähiges

nachtrag 5.10./mittwoch/gestern in der lieblings bar in münchen: die FB –Vortrag (Ghost Album reihe) Pico Be erzählt dem Publikum über Gefahren im Paradies und Generalstreik. https://www.discogs.com/de/General-Strike-Danger-In-Paradise/master/10943

genral strike
text im bild enthält den die folgenden wichtigen und richtigen stellen: – “… a bit of a joke, but it isn´t: laughter is encouraged, but it´s serious …” – “… enough time is lost on biography and bibliography.” und dann, als ich schon nicht mehr damit gerechnet habe, noch ein geschäftchen zu später stunde
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“Die Kisten sind da !” * * (quelle: http://www.imovies.cc/movies/30838)

Agitator 2.0

  • Künstler: Beate Engl
  • Titel: Agitator 2.0
  • Jahr: 2014
  • Maße: 120 x 90 x 240 cm, Projektionsgröße variabel je nach Abstand
  • Material: Holz, Plexiglas, gestanztes Kunststoffband, Aluminium, Edelstahl,
    Tageslichtprojektor, Metallstativ, Spieluhr
  • Beschreibung: Licht-Audio-Skulptur mit manueller Steuerung von Ton und Projektion;
    Beschriftung des Notenbands: „Die Realität unseres Programms sind die lebenden Menschen“ (nach einem Plakat von Gustav Klucis)

 

  • Projektion im schnellen Vorlauf:

 

  • Notation:
Notenblatt
Agitator 2.0 Notenblatt

 

  • Sequencer-Oberfläche:

 

  • Reflektion des Apparats  (Zitatsammlung):
    Die Seele des Apparates ist die Verfügung. Der Apparat ist ein Automat: innen ist ein Räderwerk von Verfügungen, oben wirft man bescheidentlich ein Gesuch hinein, und unten fällt etwas heraus: in der Regel eine Dummheit. Kurt Tucholsky: Der Apparat ⁄ In den Produktionsprozess des Kapitals aufgenommen, durchläuft das Arbeitsmittel aber verschiedene Metamorphosen, deren letzte die Maschine ist oder vielmehr ein automatisches System der Maschinerie (System der Maschinerie; das automatische ist nur die vollendetste adäquateste Form derselben und verwandelt die Maschinerie erst in ein System), in Bewegung gesetzt durch einen Automaten, bewegende Kraft, die sich selbst bewegt; dieser Automat, bestehend aus zahlreichen mechanischen und intellektuellen Organen, so dass die Arbeiter selbst nur als bewusste Glieder desselben bestimmt sind. Karl Marx: Grundrisse der Kritik der Politischen Ökonomie ⁄ Mann der Arbeit aufgewacht und erkenne deine Macht. Alle Raeder stehen still, wenn dein starker Arm es will. Bundeslied für den Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein ⁄ Nicht wie beim Instrument, das der Arbeiter als Organ mit seinem eignen Geschick und Tätigkeit beseelt und dessen Handhabung daher von seiner Virtuosität abhängt. Sondern die Maschine, die für den Arbeiter Geschick und Kraft besitzt, ist selbst der Virtuose, die ihre eigne Seele besitzt in den in ihr wirkenden mechanischen Gesetzen und zu ihrer beständigen Selbstbewegung. Karl Marx: Grundrisse der Kritik der Politischen Ökonomie ⁄ Freilich dreht das Rad sich immer weiter, dass was oben ist nicht oben bleibt. Aber für das Wasser unten heißt das leider nur, dass es das Rad halt ewig treibt. Bertolt Brecht: Ballade vom Wasserrad ⁄ I said that the nature of an apparatus is essentially strategic, which means that we are speaking about a certain manipulation of relations of forces, of a rational and concrete intervention in the relations of forces, either so as to develop them in a particular direction, or to block them, stabilize them, and to utilize them. Michel Foucault: Interview 1977 ⁄ a. It is a heterogeneous set that includes virtually anything, linguistic and non linguistic. under the same heading: discourses, institutions, buildings, laws, police measures, philosophical propositions, and so on. The apparatus itself is the network that is established between these elements. b. The apparatus always has a concrete strategic function and is always located in a power relation. c. As such, it appears at the intersection of power relations and relations of knowledge. Giorgio Agamben: What is an apparatus? ⁄ On the one hand there was the military use as an apparatus for besieging, conquering or defending cities, in other words as a war machine, while on the other hand it was also used as a comprehensive term for the machinery of the theater. This bifurcation into the fields of war and theater, however, does not imply a separation into the material and the immaterial meaning along the boundaries of these two fields. In both cases of application the term both holds the technical meaning of apparatuses, frames, devices as well as the psychosocial meaning of trick, artifice, deception. This ambiguity is most adequately transported in English by the word “invention” (from Latin invenio meaning “to find, to come upon”): the machine is an invention, an invented device, and it is an “invention” as an invented story, as a deception, as a machination. Gerald Raunig: A thousand machines ⁄ Erfüllen wir den Plan der großen Arbeiten! Gustav Klucis: Plakatentwurf ⁄ Das Befremden des Darstellers vor der Apparatur (…) ist von Haus aus von der gleichen Art wie das Befremden des Menschen vor seiner Erscheinung im Spiegel. Nun aber ist das Spiegelbild von ihm ablösbar, es ist transportabel geworden. Walter Benjamin: Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit ⁄ The ideological mechanism at work in the cinema seems thus to be concentrated in the relationship between the camera and the subject. The question is whether the former will permit the latter to constitute and seize itself in a particular mode of specular reflection. Ultimately, the forms of narrative adopted, the “contents” of the image, are of little importance so long as an identification remains possible. What emerges here (in outline) is the specific function fulfilled by the cinema as support and instrument of ideology. It constitutes the “subject” by the illusory delimitation of a central location – whether this be that of a god or of any other substitute. It is an apparatus destined to obtain a precise ideological effect, necessary to the dominant ideology: creating a phantasmatization of the subject, it collaborates with a marked efficacy in the maintenance of idealism. Jean-Louis Baudry: Ideological Effect of the Basic ⁄ Im Filmatelier ist die Apparatur derart tief in die Wirklichkeit eingedrungen, daß deren reiner, vom Fremdkörper der Apparatur freier Aspekt das Ergebnis einer besonderen Prozedur, nämlich der Aufnahme durch den eigens eingestellten photographischen Apparat und ihrer Montierung mit anderen Aufnahmen von der gleichen Art ist. Der apparatfreie Aspekt der Realität ist hier zu ihrem künstlichsten geworden und der Anblick der unmittelbaren Wirklichkeit zur blauen Blume im Land der Technik. Walter Benjamin: Das Kunstwerk im Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit ⁄ Nieder mit der Kunst, lang lebe die Technik. Alexander Rodtschenko und Warwara Stepanowa: Produktivistenmanifest ⁄ Nieder mit der Kunst. Es lebe die Agitreklame! Gustav Klucis, Entwurf eines Propagandastands ⁄ Devo broaden their critique of 1960s rock’n’roll to include US corporate capitalism, recognizing the covert function of rock within consumer society as a propaganda tool for the myth of individualism: “What do you think rock and roll is in America…besides Propaganda for Corporate Capitalist Life? Most rock musicians, they’re no more than clerks or auto mechanics, you know…(…) The system is totally geared toward profit, obviously. The artist is usually a willing victim because he’s a middle-class shit himself.” in: Dan Graham: Rock/Music Writings ⁄ Die Realität unseres Programms sind die lebenden Menschen! Gustav Klucis: Plakatentwurf
Agitator 2.0, Ausstellungsansicht Badischer Kunstverein 2014
Agitator 2.0, Ausstellungsansicht Badischer Kunstverein 2014

 

BE MY GUEST

BE MY GUEST
Mi, 26. – Sa, 29. Oktober 2016

im Kunstbau des Lenbachhauses

Zwischen dem 26. und 29. Oktober findet im Rahmen der Ausstellung »FAVORITEN III: Neue Kunst aus München« ein Begleitprogramm statt. Die Künstlerinnen und Künstler der Ausstellung sind hier Gastgeber und laden Gäste ihrer Wahl für Performances, Buchpräsentationen, Diskussionen, Konzerte und mehr ein.

Der Eintritt zu den Veranstaltungen ist kostenlos.


Mi, 26. Oktober 2016, ab 18 Uhr
Gespräch zwischen dem Kurator Saim Demircan und der Künstlerin Flaka Haliti

Saim Demircan und Flaka Haliti verfolgen im Gespräch die Entwicklungen der neuesten Installationen und Ausstellungen der Künstlerin und diskutieren ihre Auswahl von Themen und Materialien, die die Arbeiten kontextualisieren und verbinden.

Saim Demircan ist Kurator und Autor. Er lebt in Berlin. Von 2012 bis 2015 war er Kurator am Kunstverein München. Zuvor kuratierte er ein zweijähriges Programm der Offsite Projects und eine Ausstellung von Werken des deutschen Künstlers Kai Althoff in der Focal Point Gallery in Southend-on-Sea, Großbritannien. Er schreibt regelmäßig für Frieze d/e und Art Monthly und wirkt an der Redaktion von Art Papers mit.

In Zusammenarbeit mit der Akademie der Bildenden Künste München, Klasse Prof. Pitz.

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Ausstellungsansicht, Flaka Haliti, “Thendive, Grace, Rishika, Lefa, Kaden, Victoria, Nadia, Leo, Cyril, Mrs. Faye, Malrar, Josias, Ojas, Philip, Ernest, Ziyanda, Ledri, Amadou, Bayanda, Julien, Sochima, Edgar, Daniel, Tshego, Nihal, Oyane, Ms. Dagrou, Ann, Viva Preis 2016, Galerie für zeitgenössische Kunst, Leipzig, Foto: Sebastian Schröder courtesy die Künstlerin und LambdaLambdaLambda

Buchpräsentation Anna McCarthy – How to start a Revolution
»HOW TO START A REVOLUTION« ist eine vielschichtige Arbeit die sich mit Klischees des Rebellenstums beschäftigt, eingebettet in die gesellschaftspolitischen Ereignissen zwischen 2007 und 2015 und ihrer medialen und subjektiven Rezeption. Es besteht aus einem Mikrokosmos von Menschen und Orten aus dem direkten Umfeld der Künstlerin, die globale Ereignisse auf humorvolle, absurde und kritische Art und Weise repräsentieren. Geographisch verankert in München und Bayern, greift es darüber hinaus die hiesigen Eigentümlichkeiten auf kritische und humorvolle Art auf und stellt diese immer wieder in Kontext zu historischen globalen Ereignissen und Personen, u.a. mit Dokumentarfilmen wie ‘Bored Rebel in Oberpfaffenhofen’ oder lächerlich provokanten politischen Aktionen im öffentlichen Raum, so wie zahlreichen »in-flux« Archiven und einem pathetischen Musical, welches 2013 im Haus der Kunst uraufgeführt wurde. Das Projekt wurde international ausgestellt, u.a. in der Nottingham Gallery for Contemporary Art, Chisenhale Gallery London, Schloss Ringenberg Hamminkeln, Galleribox Iceland und in der Transmission Gallery in Glasgow.

»HOW TO START A REVOLUTION: The Book« ist zugleich eine Erweiterung des Projektes, so wie dessen Zusammenfassung. Es erscheint im Verlag Edition Taube inklusive einer Künstleredition von 50 Stück in Kooperation mit Galerie SPERLING.

"These bored rebels are currently not available in your country", Still from "How To Start A Revolution: The Musical", 2013
“These bored rebels are currently not available in your country”, Still from “How To Start A Revolution: The Musical”, 2013

Konzert: Friends of Gas
»Friends Of Gas sind wie ein Mückenstich – schnell passiert, aber danach juckt es sehr lange.«

FRIENDS OF GAS aus München bewegen sich mit noisigen Gitarrenläufen und fragmentarischem Text zwischen fester Struktur und Improvisation, zwischen Post-Punk, Noise und den kalten 80ern. Wenn FRIENDS OF GAS den Perser betreten, verbreitet sich sogleich ein benzindurchwirkter Lufthauch, der irgendwie geil, aber auch abstoßend ungesund riecht. FRIENDS OF GAS sind Nina Walser, Veronica Burnuthian, Thomas Westner, Martin Tagar und Erol Dizdar.


Do, 27. Oktober 2016, ab 18 Uhr
NoFutureKomplex (Sebastian Stein & Mitra Wakil & Stephan Janitzky) präsentieren ihr neuestes Werk.

»What happens in munich, stays in munich.« (30 minuten, 2016, expanded cinema) C. sagt: “Als professioneller actor liebe ich es im Zentrum eurer Aufmerksamkeit zu stehen. Erwarte keine künstlerische Äußerung zu Gunsten deiner Probleme und pralle gegen die surface.”

Konzert: CRICKET
Erstes experimentelles Improvisations-Konzert der sogenannten Geburtstagsgruppe: Fabo Beger, Sebastian Dacey, Hedwig Eberle, Anna McCarthy und Rax Mossner.


Fr, 28. Oktober 2016, ab 18 Uhr
SURVIVAL KIT Buchpräsentation mit Lesungen und Performances

»Lasst uns zu unserer Geschichte kommen. Zurück zu unserer Geschichte. Wir haben keinen konkreten Bösewicht, ein menschliches Wesen, das Böse selbst.« »Man könnte viele Personen sein in seinem Leben. Träume von Nebel, der herabsinkt, von Survival Kits und Badezimmern.«

SURVIVAL KIT ist ein langfristiges künstlerisches und pädagogisches Experiment von jungen Künstlern aus Athen und München. Seit 2013 hat es sich in einem kontinuierlichen Austausch manifestiert und Kooperationen in verschiedenen Medien hervorgebracht. So sind beispielsweise die Einrichtung des von Studenten geführten Projektraums »Circuits and Currents« in Exarchia, Athen und eine Publikation, die von drei Jahren gemeinsamer Geschichten erzählt, auf das Projekt zurückzuführen. Diese Veröffentlichung fiktionalisiert ihre Erfahrung mit Ausstellungen, kollektiven Filmen und Konferenzen, die sie in Athen und München organisiert haben, in Form eines Künstlerbuchs, das nun zum ersten Mal mit Live-Lesungen und Performances präsentiert wird.

SURVIVAL KIT ist eine Kooperation zwischen der Akademie der Bildenden Künste München (AdBK) und Athen School of Fine Arts (ASFA), unterstützt durch den DAAD.

SURVIVAL KIT, 2016
SURVIVAL KIT, 2016

Do, 27. Oktober und Sa, 29. Oktober 2016, jeweils 14 Uhr
Führung durch das Archiv forum homosexualität münchen mit Philipp Gufler
Bayerstr. 77a RGB III, 80335 München

Einige geschichtsbegeisterte Lesben und Schwule gründeten im April 1999 das selbst-organisierte Archiv forum homosexualität münchen e.V.. Seitdem arbeiten sie daran, aktuelle kulturelle und wissenschaftliche Beiträge und Erkenntnisse zu Alltag, Kultur und Geschichte von Lesben, Schwulen, Transsexuellen und Bisexuellen zu fördern, zu sammeln und für weitere Forschungen, aber auch für die breitere Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Philipp Gufler ist seit 2013 Mitglied im Archiv und veröffentlichte 2014 die Videoinstallation und das gleichnamige Künstlerbuch “Projektion auf die Krise (Gauweilereien in München)”, in dem er sich mit den 1980er Jahren und dem AIDS-Maßnahmenkatalog der damaligen bayerischen Staatsregierung auseinandersetzt. Seitdem entstanden weitere Arbeiten aus seiner Forschung im forum homosexualität münchen, wie die Siebdruck-Serie Quilt oder ein Videoportrait von Erich Haas (mit Liane Klingler). Gufler gibt während der Führung einen Einblick in die Archivbestände und seine künstlerische Recherche.

Die Führung ist kostenlos. (max. 15 Teilnehmer)
Anmeldung unter: fuehrungen-lenbachhaus@muenchen.de

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